38| Meeto (die millionste)

Ich hab mir zwar eigentlich vorgenommen, mich in die üblichen Senfereien, die jeder glaubt, von sich geben zu müssen, nicht mehr einzureihen. Und habe deshalb dieses Blog ruhend gestellt. Aber an manchen Themen komme ich doch nicht vorbei.

Meine Ansicht: Es sind immer die Trittbrettfahrer/innen, die einer guten Aktion schaden. Die ihre persönlichen Mütchen kühlen, sich in den Mittelpunkt drängen wollen oder sonstiges. Ich denke, dass es leider auch viele als notwendig erachten, um Aufmerksamkeit für das Thema zu sensibilisieren, dann jedes persönliche Unbehagen in eine bestimmte Kiste zu werfen.
Nötigung und Gewalt aufgrund von Übermacht, sei sie körperlich oder Abhängigkeit betreffend, ist strengstens zu verurteilen. Immer. Nicht nur an Frauen.
Deshalb sollte es ein normales gesellschaftliches Anliegen sein, zu versuchen, diese zu unterbinden oder Täter in die Verantwortung zu nehmen.
Dieses Anliegen nur auf eine Gruppe der Gesellschaft zu beziehen, finde ich äußerst verhängnisvoll. Es schaukelt die Gemüter unnötig auf und, wie am Anfang geschrieben: Es lockt Trittbrettfahrer/innen an.

Doch es gibt in dieser Thematik eine große Grauzone. Die Selbstverantwortung und den Selbstwert von Frauen. Eben nicht nur den Wert, den sie in der Gesellschaft haben. Denn nur an diesem kann letztendlich die Gesellschaft arbeiten.

Eines ist doch wohl klar, ein unsicheres Hascherl empfindet die Berührung eines Mannes u.U. anders, als eine selbstbewusste Frau, die sich eventuell sogar sexy kleidet, um Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts zu bekommen (was dezidiert keinen Freibrief für irgendetwas darstellt, nur um das klarzustellen!).
Ein Mädchen oder eine Frau, die schon so erzogen wurden, alles was mit Männern zusammenhängt, mit Warnungen vor ihnen in Verbindung zu bringen, wird mit Sicherheit anders auf einen idiotisch agierenden Mann reagieren, als jene, die trottelige Anmache von Nötigung unterscheiden können.

Wie wir alle wissen, ist der Umgangston so eine Sache. Wenn man sich ansieht, was im Netz auch in anderen Bereichen abgeht, dann kann man sofort erkennen, dass leider auch die Dummheit ein hoher Faktor im menschlichen Spektrum ist.
Und ich fühle mich sehr oft von dieser Blödheit ungutest berührt, manchmal sogar persönlich angegriffen. Aber nicht alles daran ist kriminell! Und nicht jeder der einfach zu blöd ist, um eine normalmenschliche Kommunikation führen zu können, ist ein Täter.
Deshalb – auf diesen Zug aufspringen zu wollen, finde ich als höchst verhängnisvoll. Und gerade das passiert meiner Meinung nach derzeit offensichtlich.

Aber ich habe dazu noch einen Punkt, der mich beschäftigt.
Das ist die Sache mit den Fremden, mit den Ausländern. Bisher schien es doch so, als würden nur die Zugewanderten unsere Frauen antanzen.
Wie sieht das eigentlich jetzt aus?

Die Werte unserer Gesellschaft wanken derzeit gerade heftig, meiner Meinung nach.

Wird nicht propagiert, dass die muslimischen Frauen auch deshalb verschleiert auftreten müssen, weil ihre Männer ihre Triebe nicht im Griff haben. Und dass sie deshalb mit den Bekleidungen der westlichen Frauen nicht zurecht kommen, sich davon aufgefordert fühlen, sie sexuell zu belästigen?
Wie es jetzt aussieht, wäre es anscheinend auch nötig, dass die abendländischen Frauen sich verhüllen sollten, damit „unsere“ Männer ihre Hände und sonstiges bei sich behalten.

 

© m.l.

2 Comments

  • Monica Change commented on 5. November 2017 Reply

    Zum letzten Absatz, ich habe viele Jahre in Aegypten gelebt und erfahren, dass nicht einmal die Vollverschleierung Frauen vor Uebergriffen schuetzt. Sogar waehrend Demos werden arabische, verschleierte Frauen Opfer von Gruppenvergewaltigungen.
    Es liegt hier wie dort am Maennerbild, daran wie Maenner ihre „Ueberlegenheit“ Frauen gegenueber selbst sehen und einsetzen. Das Recht haben sich zu nehmen was man haben will, Macht und Ueberlegenheit einsetzen und ausspielen. Das Patriarchalische Gedankengut, wo der Respekt fehlt.

    • mona commented on 5. November 2017 Reply

      wenn ich mich recht erinnere, hast du persönlich aber ganz andere erfahrungen mit den männern dort gemacht. sie waren dir gegenüber höflich und zuvorkommend, oder?
      zumindest hast du damals einige male in dieser art geschrieben.

      und ja, es liegt wohl daran, wie die überlegenheit der männer ihrer meinung nach angesiedelt ist.
      mir ging es im letzten absatz eher darum, dass „unsere werte“ damals so sehr in die debatte eingebracht wurden. dabei wären unsere werte vielleicht dahingehend zum ausdruck zu bringen gewesen wären, dass „unsere“ männer diesen frauen damals zu hilfe gekommen wären. oder auch die polizei anders eingeschritten wäre.
      und DAS wäre schon wieder der ansatz zuum tatsächlichen „meeto“!

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