27| Entscheidungshilfe

Wieder einmal beschäftigt mich Theorie. Keine Überraschung für mich. Die realen Situationen sind derart aufgeheizt und propagandistisch dargelegt, dass mir nur die theoretische Sicht auf die Wahrheit Halt und Richtlinie geben kann.

Immer wieder ist es ein Reizfaktor für Leute, die mit mir diskutieren, wenn ich sage: es gibt nur eine Wahrheit. Die meisten vertreten die Ansicht, dass jeder eine andere Wahrheit kennt. Und fordern dafür Akzeptanz.
Das stimmt prinzipiell, weil der Einzelne immer nur einen Ausschnitt erkennen kann und diesen aufgrund seiner perönlichen Konditionierung verarbeitet.
Der reale Gesamtüberblick ist für uns Menschen ja unmöglich, ja sogar undenkfähig.

Aber dennoch muss es eine übergeordnete Wahrheit geben!
Diese ist also nur als Theorie zu erarbeiten. Ihre Ergebnisse jedoch müssten als Richtlinie den einzigen gangbaren Weg in eine Welt voll Frieden aufzeigen, und für den Einzelnen zu psychischer Hygiene und Liebe führen. Die Untergrabung dieser Richtung entspricht nicht meinem göttlichen Prinzip, kann deshalb nur zum Untergang führen.

Es gibt für mich dann immer einen Ausgangspunkt:
Wie würde ein Prinzip funktionieren, wenn es alle anwendeten? Wenn das, was von Einzelnen aus ihrer persönlichen Sicht gefordert wird, auf ALLE umgelegt wird.

Das göttliche Prinzip ist also geklärt. Es muss eines ins andere gehen. Es muss daraus für alles Entwickung entstehen, darf nicht zum Stillstand führen.
Und wie sieht das mit dem Menscheitsprinzip aus? Für mich genauso. Ein Negativ-Prinzip kann für die Menschheit einfach nicht förderlich sein.

Also?
Wenn nun alle dem Prinzip der „Aufklärung“ durch Hass und Hetze folgen?
In weiterer Folge also dem Prinzip der Ausgrenzung, die ja nicht nur Ausschließung bedeutet, sondern auch Einschließung? Dem Prinzip des Nicht-teilen- und Nicht-helfen-wollens?

Das Hindreschen auf Links oder Rechts gibt keine Lösungen vor. Was es allerdings zeigt ist, dass die von diesen Propagandisten geforderten Handlungen auf ALLE umgelegt praktiziert, zuerst zur absoluten Isolierung des Einzelnen und in weiterer Folge zum Untergang der Menschheit führen würden. Das Prinzip des Kampfes, der Unterwerfung, des Aushungerns und der Vernichtung kann nicht zu Freiheit und Wachstum führen.

Wenn man sich aber die Prinzipien der sogeschimpften „Gutis“ anschaut? Die da Offenheit und Akzeptanz fordern. Helfen- und Teilen-wollen?
Wohin würde das also führen? In den Untergang? In welchen? Sicher nicht in den menschlichen.

Ich denke also, der Einzelne kann sich nur DARAN orientieren!
Er muss sich eigenverantwortlich für den Weg entscheiden, den ER gehen will. Einfach hinter irgendjemandem nachzulaufen, kann nur zum Verhängnis gedeihen, nicht zur Befreiung.

Das Argument, ja, aber es tun eben nicht alle, führt sich selbst sofort ad absurdum. Weil der Einzelne für sich selbst verantwortlich ist und nicht für all jene, die etwas NICHT machen.

Ich frage mich immer, wie kommt jemand auf die Idee, ein Arschloch sein zu wollen? Nur deshalb, weil es so viele Arschlöcher auf der Welt gibt? Können die denn tatsächlich für jemanden Vorbild sein? Entscheidet man denn nicht selbst, WER oder WAS man sein will?

Wieso entscheiden sich so viele, nicht jemand sein zu wollen, der für sich selbst, und in weiterer Folge für die Gemeinschaft, das Überleben und für dieses Überleben das Beste will? Wieso wollen so viele Leute dieses Prinzip tatsächlich aus eigenem Willen untergraben?
Oder warum werden sie zu so willenlosen Werkzeugen der Zerstörer?

An diesem Punkt angelangt, stehe ich immer an und finde keine Antwort.
Entweder ist man ein Mensch, der helfen will oder man will es nicht. Oder ist man jemand, der teilen will, oder man will es nicht. Entweder sucht man nach Freiheit und Frieden, und arbeitet deshalb in diese Richtung, oder nicht.

Wenn man sich dafür entscheidet, es nicht zu tun, dann wäscht einen auch keine Rechtfertigung sauber, dass es so viele Andere auch nicht tun.

Deshalb ist für mich das Erarbeiten einer grundsätzliche Theorie so wichtig. Weil sie klar aufzeigt, wo die Entscheidungsveranwortung liegt, einem lebensfördernden Prinzip zu folgen, oder einem tötenden. Nämlich beim Einzelnen.

Eine bessere Entscheidungshilfe habe ich noch nicht gefunden.

© m.l.

4 Comments

  • Traveller commented on 14. Juni 2016 Reply

    Wie würde ein Prinzip funktionieren, wenn es alle anwendeten? Wenn das, was von Einzelnen aus ihrer persönlichen Sicht gefordert wird, auf ALLE umgelegt wird.

    Wenn wir davon ausgehen, dass alle Menschen gleichwertig sind, dann kann man nur von dieser Frage ausgehen.

    Das ist doch eigentlich auch die Grundidee von Immanuel Kant. Dass man sich bei jeder Handlung genau überlegen soll, ob sie einer Regel folgt, die für alle gelten könnte, wie ein allgemeingültiges Gesetz.

    Klar tun das nicht alle, oft sogar sehr wenige. Aber jeder kann doch als positives Vorbild dienen, indem er/sie anfängt.
    Irgendwer muss anfangen mit positiven Handlungen. Und zieht dann andere nach.

    Klar, dass wieder alles auf Selbstverantwortung hinausläuft. 😉

    • mona commented on 18. Juni 2016 Reply

      ich muss gestehen, dass ich mich mit kant nicht sehr beschäftigt habe. aber du hast recht, genau das meine ich auch. und diese richtung führt dann ja eben auch ins göttliche prinzip. deshalb lässt es keine lücken offen. und ergibt so dann die „wahrheit“.

      und ist natürlich die beste entscheidungshilfe für die selbstverantwortung.

  • Traveller commented on 13. Juli 2016 Reply

    ich habe mich auch nicht wirklich mit Kant beschäftigt, nur der „kategorische Imperativ“ ist mir irgendwann untergekommen
    und den fand ich – abgesehen von Kants Formulierung desselben – gut und sinnvoll

    so, du siehst, ich bin endlich wieder monologisch unterwegs 😉

    • mona commented on 13. Juli 2016 Reply

      so, du siehst, ich bin endlich wieder monologisch unterwegs

      jööööö! 🙂

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