10| Ein frohes Osterfest?

Ein frohes Osterfest!
Diesen Grußwunsch hört man in diesen Tagen natürlich oft.
Doch was bedeutet ein frohes Osterfest überhaupt?
Bedeutet es wirklich, Schokolade zu verstecken und Geld zu schenken? Sich seinem Partner im Bunnykonstum zu präsentieren und seine Eier rot zu bemalen?

Ostern ist für das Christentum das höchste Fest. Christus ist auferstanden, um den Menschen zu zeigen, dass das Göttliche in uns alles überlebt. Und das Göttliche in uns ist die Liebe. Sie lässt uns leben. Der Hass kann nur töten.

Immer wieder lese ich: Wir müssen unsere christliche Herkunft schützen.
Und dann frage ich mich: Was wissen all diese Menschen denn überhaupt von Christus, der dem Christentum ja seinen Namen gab.
Was wissen sie von seinem Wirken? Von dem was er für die Menschheit forderte?

Glaubt wirklich jemand, man ist Christ, wenn man die Geburt durch die Jungfrau als unmöglich verspottet? Oder mit sogenannten realistischen Gegendarstellungen seine Lehren als absurd abzutun? Zu glauben eine Religion kann man durch Mehrheitsbeschlüsse ändern, wie eine politische Partei? Oder gar das Ansinnen, Andersdenkende zu verfolgen und ausmerzen zu wollen?
Nur weil irgendein Amtsschimmel aus einem Taufschein wiehert, ist man noch lange nicht christlicher Herkunft. Auch nicht, wenn man täglich in die Kirche rennt und ihren Boden mit seinen Knien poliert.

Und ich frage mich weiter, welche Werte wollen diese Menschen denn schützen?
Die christlichen sicher nicht. Davon wissen sie nämlich entweder gar nichts, oder sie verfremden sie in einer Art, das sie mit dem von Christus aufgezeigten Werten nichts zu tun haben.
Weihnachten und Ostern sind dafür die besten Beispiele. Sie folgen heute in der westlichen Gesellschaft fast nur mehr dem Götzen Konsum, aber nicht Gottes Sohn.

Die christlichen Werte wurden zugunsten von WertSACHEN aufgegeben.

Doch ich kann euch sagen, Jesus hätte niemals für ein Schweinsschnitzel die Nächstenliebe verraten. Er hat keinerlei Besitz angehäuft und mit allen alles geteilt, auch wenn es aussichtlos schien. Er hat uns seinen Leidensweg gegeben, damit wir erkennen, wohin es führt, wenn wir unser Menschsein nicht für Menschlichkeit verwenden, sondern dafür, um andere zu verraten oder zu verkaufen.

Und er ist auferstanden, um zu zeigen, dass die Liebe überlebt.
Die Liebe wird überleben. Aber dann werden viele Menschen bereits tot sein. Und die Chance auf ein menschliches Leben gibt es für den Einzelnen nur einmal auf der Welt.

Ich wünsche frohe Ostern!

 

© m.l.

 

5 Comments

  • Traveller commented on 31. März 2016 Reply

    ich glaube, die meisten meinen mit „Frohe Ostern“ einfach: habt ein paar schöne freie Tage
    Feiertage werden heute von vielen (ich nehme mich da nicht aus) als zusätzliche „Urlaubstage“ gesehen
    Tage, die man genießen kann, weil man nicht arbeiten muss

    Die christlichen Werte wurden zugunsten von WertSACHEN aufgegeben.

    wir leben in einer Welt, in der Konsum ganz oben auf der Liste steht
    und der wird ja von der Wirtschaft kräftig angeheizt, denn das bedeutet Profit (allerdings nicht für alle, im Gegenteil)
    und so ist inzwischen das Osterfest zu einem „Weihnachten light“ geworden
    mich schüttelt es dabei !

    und wenn ich von Politikern die Worte „christliche Werte“ höre, während sie an anderer Stelle darüber diskutieren, wie man Europa besser abschotten kann, um das Elend draußen zu halten, dann schüttelt es mich erst recht

    Er hat uns seinen Leidensweg gegeben, damit wir erkennen, wohin es führt, wenn wir unser Menschsein nicht für Menschlichkeit verwenden, sondern dafür, um andere zu verraten oder zu verkaufen.
    Und er ist auferstanden, um zu zeigen, dass die Liebe überlebt.

    Diese Zusammenfassung finde ich super!
    Ich denke, das ist eine ethische Grundlage, die auch für jemanden, der kein gläubiger Mensch ist, passt.

    • mona commented on 31. März 2016 Reply

      und wenn ich von Politikern die Worte „christliche Werte“ höre, während sie an anderer Stelle darüber diskutieren, wie man Europa besser abschotten kann, um das Elend draußen zu halten, dann schüttelt es mich erst recht

      genau darum ist es mir in diesem monolog gegangen.
      allerdings nicht nur in bezug auf politiker, sondern weil ich das so oft von irgendwelchen plapperern höre, die nicht einmal eine kirche von innen kennen.

      und ich freue mich sehr, dass dir meine zusammenfassung über jesus gefällt.
      denn genau darum ging es bei all seinem wirken.
      und man sah ja auch, wie es lief. zuerst rannten ihm alle zu und hinterher, verlangten wunder und heilung von ihm. als er dann aber von ihnen forderte, sie sollten ihr leben umstellen, um diese wunder und heilung in ihrem leben selber zu verankern, verrieten sie ihn lieber …
      aber wie man sieht, er hat das alles über“lebt“ 😉

  • Traveller commented on 5. April 2016 Reply

    zuerst rannten ihm alle zu und hinterher, verlangten wunder und heilung von ihm. als er dann aber von ihnen forderte, sie sollten ihr leben umstellen, um diese wunder und heilung in ihrem leben selber zu verankern, verrieten sie ihn lieber

    da sind wir schon wieder beim Thema Selbstverantwortung
    wenn ich die Verantwortung übernehme, kann ich mich zwar von anderen inspirieren lassen, aber tun muss ich dann schon selber

    • mona commented on 6. April 2016 Reply

      genau, aber in seinem fall zeigte sich deutlich, wie es leider meistens verläuft.
      andere sollen uns heilen, und natürlich sollen andere dafür sorgen, dass unsere welt heil bleibt …

  • Traveller commented on 12. April 2016 Reply

    *nickt*

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