09| Die Hälfte wäre mehr

Derzeit beschäftigen mich simple Rechenbeispiele.
Wie immer nehme ich mich selbst bei der Nase. Somit geht mein Rechenfaktor vom sogenannten Mittelstand aus. Also nicht von den Armen und nicht von den Reichen.
Von Leuten wie mir, die ich nicht einmal im herkömmlichen Sinn „wohlhabend“ bin.

Ich bin von einer Kindheit, in der ich nicht einmal ein eigenes Bett hatte, in eine – wie ich es nenne – Komfortzone aufgestiegen.

Ich lebe in einer komfortablen Wohnung (hab kein Haus), mit Bad und WC und ein paar Ikea-Möbeln, hab genug zu essen, genug anzuziehen, ein Mittelklasseauto (eins für meinen Mann und mich zusammen) und ein paar Ersparnisse, die wahrscheinlich so mancher andere nicht einmal erwähnenswert fände, aber zumindest keine Schulden – und das war beileibe nicht immer so.

Ja, komfortabel ist das richtige Wort. Luxuriös ist das alles nicht.
Wobei – ICH kann das jeden Tag als Luxus empfinden, das könnt ihr mir glauben, bei dem, wo ich herkomme (sh. oben).

Gestern wurde nun im Bekanntenkreis wieder einmal über die Zuwanderer diskutiert und leider war auch jemand dabei (der nicht zu meinem direkten Bekanntenkreis gehört und sicher auch in Zukunft nicht dazu gehören wird), der diesen sattsam bekannten Satz in die Runde warf: „Wir können sie uns einfach nicht leisten!“

Wie mein Umgang mit mir fordert, bin ich nach der Diskussion nach Hause gegangen und habe etwas differenzierter darüber nachgedacht, als es die dortige momentane emotionale Antwort wohl vermuten ließ.

Es geht mir nicht darum, dass ich von irgendjemandem verlange, dass er Fremde bei sich aufnimmt. Ich muss gestehen, ich würde auch keine fremden Österreicher jetzt auf die Schnelle so bei mir aufnehmen.
Es geht mir auch nicht darum, dass sich jeder unbedingt in der Flüchtlingsarbeit betätigen muss. Es gibt genügend Bereiche des Alltags, in denen wir gefordert sind.

Als es dann jedoch um den Bereich des Teilens ging, merkte ich, da verlange ich schon einiges von meinen Mitmenschen.
In erster Linie geht es dabei um Einstellung! Darum, überhaupt teilen zu WOLLEN.

Und dann setzte ich mich an mein Rechenbeispiel.

Wenn ich von dem, das ich jetzt besitze, die Hälfte abgeben sollte, wie sähe mein Leben dann aus? Würde es wirklich an Qualität verlieren?
Also, eine halb so große Wohnung, halb so viele Klamotten, Essensgeld auf die Hälfte reduzieren (vor allem die Restaurantbesuche), noch kleineres Auto, halb so teure Urlaube, halb so großen Fernseher, nur ein Festnetztelefon, nur einen Computer, usw. …

Und ich saß da und dachte: So habe ich doch schon gelebt!
Und? Ich war glücklich damals. Ich bin heute nicht glücklicher! Erfreulicherweise aber auch nicht unglücklicher. Was ich allerdings darauf zurückführe, dass ich in meinem Leben auf andere Qualitäten setze als auf Besitz.

Denn Glück hängt nicht am Besitz.

Wenn ich also denke, dass ich jetzt alles, was ich besitze auf die Hälfte reduzieren sollte, was würde ich dann tun?
Genau. Das was ich immer schon getan habe.
Ich würde versuchen, mich damit wohlzufühlen und in weiterer Folge, etwas auf- oder auszubauen, mir Ziele setzen – halt andere als jetzt.

Ich müsste bei meinen Einkäufen wieder genauer darauf achten, wofür ich mein Geld wirklich ausgebe. Nicht einfach meinen Einkaufswagen anfüllen mit dem, was mir als notwendig vorgegaukelt wird. Wahrscheinlich würde ich sogar gesünder leben, weil ich wieder auf einfachere Produkte zugreifen würde, auf heimische und saisonale Lebensmittel, weniger Plastik, weniger Denaturiertes, das haltbar gemacht werden muss.

Weniger Klamotten? Wo sollte das Problem sein? Wir laufen ja alle nicht zerfetzt oder nackt durch die Gegend. Außer diejenigen, die glauben, dass das sexy ist, was immer auch sexy überhaupt sein mag.

Die technischen Geräte sind ja sowieso der schlichte Wahnsinn.
Pro Haushalt nur einen Fernseher und der nur halb so groß? In einer kleineren Wohnung würden wir damit nur näher zusammenrücken.

Ich will jetzt gar nicht davon ausgehen, dass jemand KEIN Handy haben sollte, aber EINES würde doch reichen. Alle Augenblicke eine neues macht echt glücklicher?

Ein Computer. Ja, also ohne wäre ich z.B. schon aufgeschmissen. Aber dazu nicht noch einen Laptop, ein Notebook, ein Tablet, würde meine Lebensqualität nicht schmälern, das weiß ich ganz genau.

Gut, ich sage noch einmal, ich gehöre nicht zu den Armen. Obwohl sicher zu denen im unteren Bereich des Mittelstandes. Aber ich gehöre nicht zu denen, die wirklich jeden Cent umdrehen müssen.

Dennoch bleibt für mich die Frage:
Auch jene, die sich nicht einmal so viel leisten können wie ich, brauchen die wirklich das alles, dem sie nachhecheln? Ist es nicht eher so, dass die Aufpolsterung ihrer Lebensqualität eigentlich durch Reduzierung derselben bewerkstelligt werden soll? Und dieses Prinzip deshalb niemals von Erfolg gekrönt sein kann?

Und ist es nicht wirklich ein einfaches Rechenbeispiel, wieviel wir eigentlich zum Teilen zur Verfügung haben? Ohne an Lebensqualität zu verlieren. Wenn wir unsere menschliche Qualität als Grundlage ansetzen und nicht unseren Besitz?
Wenn wir nach Wohlbefinden streben. Welches aber nur durch Frieden, ZuFRIEDENheit und Miteinander erreicht werden kann. Wenn wir als Komfort ansehen, was wirklich Komfort bedeutet. Nämlich warme Betten, tägliche Duschen, ausreichend zu essen (wenn vielleicht auch einfach), bedeckte Nacktheit und freiem Umgang mit jenen, mit denen wir ihn haben wollen.

Und ich kam zu dem Schluss:
Wenn geschätzte drei Viertel der Bevölkerung Österreichs ein Viertel (nicht einmal die Hälfte) von dem abgeben würde, was sie besitzt, ginge es uns immer noch ausgezeichnet! Und vor allem auch dem vierten Viertel Österreicher.
Wie gut würde es uns dann erst gehen, wenn wir alle nur ein bisschen abgeben? Vielleicht ein bisschen vom Überfluss … anstatt so vieles wegzuwerfen und für die Entsorgung zu bezahlen.
Was viele vergessen: Das würde mit Sicherheit zur Verbesserung ihrer eigenen Lebensqualität beitragen.

Wenn der Neid Angst in die Hirne bläst und diese dort zur Dummheit umwandeln, die dann Hass aus Mündern quellen lässt, bringt das mit Sicherheit keine Lebensqualität.

 

© m.l.

 

14 Comments

  • Traveller commented on 23. März 2016 Reply

    als ich diesen Monolog gelesen habe, kam ich aus dem Nicken gar nicht mehr heraus

    ich habe mich dabei an meine Studentenzeit erinnert, als ich mit meinem damaligen Freund (heutigen Mann) in eine kleine Wohnung gezogen bin, beide mit wenig Geld, aber auch mit Ansprüchen, die dazu passten
    Essen gehen, Urlaub, das war alles drin, eben auf einfachem Niveau, der Fernseher war alt, aber lief, das Auto klein und funktional

    im Laufe der Jahre wurden Wohnung und Auto größer (inzwischen haben wir Haus mit Garten), das Essen-gehen durfte auch mal teurer sein, die Komfortzone dehnte sich aus
    aber immer blieben die Ansprüche unter dem, was wir uns hätten leisten können

    ich glaube, es ging uns – wieder mal so eine Zweiteilung – weniger um das „Haben“ als mehr um das „Sein“
    wir wollen so leben, dass wir zufrieden sind, das wir uns wohl fühlen, dass wir die Dinge tun können, die wir gerne machen
    das hängt natürlich zum Teil von Geld ab, aber zu einem großen Teil auch vom Faktor „Zeit“

    und ich stelle immer wieder fest: je mehr man besitzt, desto mehr Zeit kostet es auch, diesen Besitz zu „verwalten“, also z.B. alles in Ordnung zu halten
    weniger ist da oft mehr

    upps, jetzt bin ich ein bisschen vom Thema „Teilen“ abgekommen
    aber es ging ja auch um die Frage „brauche ich alles, was ich habe“ (bzw. haben kann)

    • mona commented on 23. März 2016 Reply

      das schlimme ist, dass es viele leute gar nicht verstehen, was ich da geschrieben habe.
      ich habe diesen beitrag bei fisch und fleisch gepostet. na, da musst du einmal hineinlesen, was die leute da verzapfen (ich sag dir gleich, du wirst die geduld nicht aufbringen 😉 ). aber dann weißt man gleich, wieso es auf unserer welt so läuft.
      und auch wieder, warum ich mich lieber hierher zurückziehe. denn selbstverständlich gings dort auch gleich wieder ans verteidigen mit zähnen und klauen und mit persönlichen anschuldigungen am thema vorbei.

      aber dass DU mich verstehen würdest, habe ich eigentlich vorausgesetzt, muss ich gestehen.

      das hängt natürlich zum Teil von Geld ab, aber zu einem großen Teil auch vom Faktor „Zeit“

      aber in noch größerem ausmaß von der einstellung. von der einstellung zur zufriedenheit. von der einstellung zu dem, was wesentlich ist. von der unabhängigkeit des glücks vom besitz.

      man muss sich die besitzenden ja nur alle anschauen: glücklich sind die nicht.
      zu groß sind die verlustängste, zu groß ist der hamstertrieb, sodass für das wesentliche kein platz mehr bleibt. z.b. für den genuss dessen, was man besitzt. für den zweck, den der besitz haben sollte. der auch im teilen besteht. weil das in die gemeinschaft führt.

      ich hab ja selber geschrieben: komfort ist eine höchst angenehme sache. aber wenn er zum selbstzweck mutiert, dann lebe ich nicht damit. mein komfort ist etwas, das ich immer wieder mit demut betrachte.

      und deine antwort passt perfekt! es ging ja eh nicht wirklich um eine forderung, dass die leute die hälfte abgeben sollen, oder gar müssen. sondern darum, dass wir so vieles abgeben könnten, also diese angstmache vom „wegnehmen“ sowas von unbegründet ist.
      und natürlich darum, dass der daraus resultierende sinnlose neid für so viel leid verantwortlich ist.

  • Traveller commented on 24. März 2016 Reply

    ich habe gestern mal bei „fisch und fleisch“ reingeschaut, sogar die Geduld aufgebracht und den Thread komplett gelesen
    ich fand es – wieder mal – bemerkenswert, dass die Zustimmung knapp formuliert wurde, kaum zusätzliche Gedanken brachte
    dass aber der Gegenwind seeeehr ausgiebig in Worte gefasst wurde
    und die drehten sich meist nur um den Ausgangspunkt deiner Überlegungen, ließen aber die eigentliche Schlussfolgerung außen vor – was dann für mich klar nach Absicht aussieht

    zurück zu Geld, Zeit, Zufriedenheit:

    Zufriedenheit ist schon der zentrale Punkt
    wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, ein gewisser Komfort erreicht ist, bedeutet mehr Haben nicht mehr Zufriedenheit (sagt die Glücksforschung)
    andererseits frisst das Streben nach mehr Haben Zeit; Zeit, die fürs Genießen der Dinge, die man hat oder die man machen möchte, fehlt
    Zeit ist heutzutage eines der Güter, die mehr als knapp sind

    wenn ich also einen Punkt erreicht habe, an dem ich gut leben kann, an dem ich zufrieden bin mit meinem Komfort, dann macht es keinen Sinn z.B. mehr zu arbeiten, um mehr zu verdienen, sondern es macht Sinn, so zu arbeiten, dass ich den Zustand sichere und gleichzeitig Zeit habe für andere Menschen, für die „schönen Dinge des Lebens“ etc.

    ich denke dabei z.B. an Menschen, die Karriere über alles stellen, bei denen dann aber das Zwischenmenschliche aus Zeitmangel untergeht
    so möchte ich nie leben

    • mona commented on 24. März 2016 Reply

      das ist wirklich eine tolle beobachtung, die du gemacht hast. ist mir gar nicht so aufgefallen, aber es ist ja auch bezeichnend für alles andere in unserer zeit.
      diejenigen, die machen und helfen, haben keine zeit für endlose argumentationen …
      es ist ihnen auch egal, ob das jemand „richtig“ versteht, oder nicht.
      das ist auch etwas, das in dieser zeit noch nicht ganz mutlos macht. dass man doch hoffentlich nur deshalb die unruhestifter derzeit so stark hört und sieht. und die schweigende mehrheit noch immer größer ist.

      zufriedenheit ist in unserer konsumgesellschaft der zentrale punkt, an dem wir uns ausrichten sollten. auch der zeitmangel ist ein auswuchs dieser.
      das sind probleme, die aus der komfortzone erwachsen sind.

      wenn man noch weiter zurück geht, kommt man auf den frieden, der das wesentlichste überhaupt ist. in einem friedlichen umfeld kommt es tatsächlich auf einen selber an, was man für sich und seine umwelt macht. liegt auch die zufriedenheit und der zeitaufwand in der eigenen verantwortung.
      ohne frieden sind wir in jedem fall von außen bestimmt.

      in einem friedlichen umfeld kann man sehr arm sein und dennoch zufrieden und glücklich.
      in einem unfriedlichen umfeld kann man noch so reich sein, man wird nie zufrieden oder glücklich sein können.

      das liegt auch daran, weil sie die perspektiven und ziele ändern durch den komfort.

  • Traveller commented on 24. März 2016 Reply

    wir haben ja in Europa seit 70 Jahren im Prinzip Frieden (wenn man von z.B. dem Balkankrieg absieht)
    das ist für viele Menschen so normal, dass sie sich anscheinend gar nicht mehr bewusst sind, dass das alles andere als normal ist

    Frieden und Freiheit sind – glaube ich – die größten Errungenschaften, die wir haben können
    erst dann haben wir die Möglichkeit, uns zu entwickeln, unsere Potenziale auszuschöpfen

    und ich glaube, dass genau diese Möglichkeit die Grundlage bildet für Zufriedenheit
    die eigenen Potenziale ausschöpfen hat aber nichts (oder nur wenig) mit Geld, Besitz etc. zu tun

    • mona commented on 24. März 2016 Reply

      es heißt ja auch zuFRIEDENheit *gg*

      Frieden und Freiheit sind – glaube ich – die größten Errungenschaften, die wir haben können
      erst dann haben wir die Möglichkeit, uns zu entwickeln, unsere Potenziale auszuschöpfen

      genauso sehe ich das auch.
      doch wenn ich schaue, was die leute in friedenszeiten aus ihrem leben gemacht haben. wo es wirklich in erster linie auf sie selber ankam …

      die dummheit ist halt leider auch ein großer mitspieler. denn, wie du schreibst, viele glauben, der frieden ist normal. und aus der geschichte kann sowieso keiner lernen.
      mit dem zusätzlichen verlust der empathie passiert dann das, was wir gerade erleben.

  • Traveller commented on 31. März 2016 Reply

    wir wachsen in einem bestimmten sozialen und kulturellen Umfeld auf, das uns entsprechend prägt
    und wenn das eine Zeit ohne Krieg im eigenen Land ist, dann ist das eben „normal“
    das hat erstmal nichts mit Dummheit zu tun, denke ich

    ich habe gelesen, dass diese kulturelle Prägung sehr tief sitzt und unser Denken stärker steuert, als es Wissensvermittlung tut
    diese Steuerung passiert unbewusst, deshalb ist es schwer, sie zu erkennen und neue Wege zu denken

    Verlust der Empathie:
    ich vermute, der hat zum Teil mit der zunehmenden Egozentrik (ich nutze das in deinem Gebrauchssinn) zu tun
    je mehr ich mich selber in den Mittelpunkt stelle, desto weniger versetze ich mich in andere hinein, desto weniger interessieren sie mich überhaupt

    Mangel an Empathie alleine wäre schon schlimm genug, aber dazu kommt eine steigende Aggressivität und immer geringere Hemmung, diese auszuleben
    natürlich nicht bei allen, aber anscheinend bei immer mehr Menschen
    und das erschreckt mich immer wieder

    • mona commented on 31. März 2016 Reply

      ja, der mensch lernt halt am besten durch eigene erfahrung. und in manchen bereichen ist das nicht zu seinem wohle, wenn er erst die schlimme erfahrung machen muss, damit er etwas ändert.

      mangelnde empathie und egozentrik sind natürlich siamesische zwillinge. eines ist ohne das andere gar nicht möglich.
      aber wie du schreibst, das schlimme daran ist die gewaltbereitschaft.
      ein egozentriker, der sich einfach nur von allen missverstanden fühlt und nach hause ins stille kämmerlein weinen geht, ist noch keine gefahr für die gemeinschaft.

  • Traveller commented on 5. April 2016 Reply

    ich frage mich, warum die Gewaltbereitschaft bei vielen Menschen anscheinend ansteigt
    liegt es daran, dass wir so sehr mit Gewaltdarstellungen, mit Krieg und Verbrechen z.B. im Fernsehen „bombardiert“ (schon wieder ein gewalttätiges Wort) werden?
    stumpfen wir dadurch ab, verrohen vielleicht sogar?

    • mona commented on 6. April 2016 Reply

      ich weiß nicht, ob sie ansteigt. ich denke eher, sie zeigt sich dadurch leichter. sie wird so „normal“, weil die virtuelle welt in unsere realwelt hineinspielt und viele gar nicht mehr deutlich unterscheiden können.
      dann bildet sich noch durch die sozialen medien eine „masse“ und diese folgt eigenen prinzipien. u.a. dem prinzip der anonymität – und natürlich dem prinzip des herdentriebs, den wir gerade in monolog 11 besprechen …

  • Traveller commented on 12. April 2016 Reply

    ja, du magst Recht haben; Gewaltbereitschaft liegt wohl in unseren Genen, war ja zu Urzeiten auch überlebensnotwendig

    im Buch „Selbst denken“ von Harald Welzer (ich hab’s schon öfter erwähnt, glaube ich) geht es ja um das Thema „zukünftige Gesellschaft“ (vereinfacht gesagt)
    dabei wird ein Buch von Steven Pinker zum Thema „Gewalt“ erwähnt

    der hat festgestellt, dass global gesehen und über Jahrhunderte hinweg das Gewaltniveau, die Zahlen der Gewaltopfer kontinuierlich zurückgegangen sind (abgesehen von „punktuellen Ausbrüchen extremer Gewalt“)
    und zwar gibt es da eine Korrelation mit dem Grad der „Zivilisation“, also mit zunehmendem Bildungsniveau, Gleichheit der Geschlechter und vor allem „entwickelter Staatlichkeit“

    Welzer schränkt diese extrem optimistische Sichtweise ein, denn es zeigt sich, dass das bisher funktioniert hat, wo der durchschnittliche Lebensstandard sich kontinuierlich erhöhte
    es wird in dem Moment kritisch, wo nicht mehr genug für alle da ist, dann kann sich der Zivilisierungsprozess umkehren und die Gewalt zurückkehren

    anscheinend reicht es schon zu denken, es sei nicht mehr genug für alle da

    • mona commented on 15. April 2016 Reply

      und genau damit wird halt jetzt die gängige propaganda zusammenmanipuliert …

  • Traveller commented on 18. April 2016 Reply

    dann werde ich mal lesen, was du dazu schreibst

    lieben Gruß
    Uta

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: