06| Das göttliche Prinzip

Zu Monolog 03 wurde die interessante Frage gestellt, woher ich das angeführte, mir nötig erscheinende Prinzip „von innen nach außen, von klein nach groß“ ableite. Dazu schreibe ich gerne einen neuen Monolog, weil das für mich ein so spannendes Thema ist.

Es geht darum, dass der Mensch sich in den schöpferischen Prozess einbringen muss, ob er will oder nicht. Tut er das positiv, dann geht er mit Gott. Tut er das negativ, versucht er, dem schöpferischen Prozess entgegenzuwirken. Was ihm letztendlich im Hinblick auf die Ewigkeit zwar nicht gelingt, aber wir wollen ja Gott mit Logik auf die Spur kommen, um ihm folgen zu können und unser Leben dadurch zu bereichern. Die Ewigkeit kann uns ja eigentlich egal sein, weil wir sie nicht erleben werden.

Sich in den schöpferischen Prozess Gottes einzubringen heißt, dem Prinzip des Ganzen zu dienen. Dieses Prinzip funktioniert auf der Basis, dass eines ins andere gehen muss. Eines für das andere da sein muss. Nur so kann etwas entstehen. Das Kleine kann sich mit anderem verbinden, es kann wachsen, es kann etwas daraus erblühen.
Das funktioniert aber nicht so, wenn das Große ins Kleine wirken soll. Will ein Großes ins Kleine, verdrängt es erstmal alles, was darin ist und wird es letztendlich sprengen.

Aber – es ist auch für den Menschen selbst unbedingt wichtig, schöpferisch zu wirken. Weil er weitergehen und sich entwickeln muss, um zu leben. Stillstand bedeutet Tod.
Auch daraus leitet sich gleich die Methode „von Klein ins Groß“ von selbst ab.
Je besser der Einzelne seine Persönlichkeit entwickelt, desto mehr kann er zu einer positiven allgemeinen Entwicklung beitragen.

Eigentlich ist auch das ein simples Rechenbeispiel.

Wenn ein Mensch sich in die Gemeinschaft einbringt, dann können die anderen etwas davon nehmen und allein durch ihr Nehmen bereits etwas zurückgeben. Die Gemeinschaft wird größer, das Gegebene vermehrt sich.
Das funktioniert als Prinzip auch, wenn man es auf Milliarden von Menschen anwendet. Weil, wenn alle geben, es immer die Möglichkeit gibt, dass etwas angenommen wird.
Wenn aber ein Mensch fordert, die Gemeinschaft müsste ihm etwas geben, dann funktioniert das nicht mehr, wenn es alle tun würden. Weil, wenn alle nehmen, keiner was zu geben hat.

Das ist der kleinste Nenner. Alles andere sind Facetten, die der Mensch mit seinen unzähligen Möglichkeiten natürlich aufweichen oder verhärten kann.
Doch wenn viele Menschen für einen da sein sollen, entsteht ein anderes Gesetz, nämlich das der Machtausübung.
Diese Methode ist nicht selbsttragend, das System „von Klein ins Groß“ aber schon.

Deshalb ist es wichtig, dass der Mensch Positives in das Ganze einbringt. Denn man sieht ja, wo es hinführt, wenn die Menschen Hass in den Topf werfen. Auch dieser wird genommen und zurückgegeben. Doch der Evolutionsverlauf wird dadurch gestört, wenn nicht sogar unterbrochen. Die Richtung zeigt nicht weiter, der Weg führt nicht in Wachstum und Leben. Entfaltungen können aber nicht in verkehrter Richtung stattfinden. Eine Blume, die wächst, kann nicht zurückwachsen.

Das „Von innen nach außen“ läuft selbstverständlich nun nach dem gleichen Schema ab.
Der Vorgang führt von einem Menschen, in die Familie, weiter in das Dorf, in das Land, in den Kontinent, in die Welt, ins Universum – und in die Ewigkeit.
Ein natürlicher, schöpferischer Prozess.
Würde die Abfolge in die andere Richtung verlaufen, wären wir wieder beim Gesetz der Machtausübung.

Aber auch IM Menschen funktioniert alles nach diesem Grundsatz. (Eh klar, sonst könnten wir ja die ewiggültige Wahrheit nicht mehr ableiten).

Der Mensch als kleinste Zelle der Menschheit trägt im Innern sein Selbst. Von außen dringt Fremdes in ihn ein, er wird manipuliert. Immer!
Deshalb ist es wichtig, das innere Selbst zu suchen, zu finden und dieses dann – wie vorher schon beschrieben – in die Gemeinschaft einzubringen. Auf umgekehrtem Wege schneiden wir uns wieder von der Entwicklung des eigenen Selbsts ab.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, äußere Einflüsse nicht zulassen zu wollen. Das geht ja nicht. In den Fällen wo das geht, lebt man im geschlossenen System, ist also krank. Im milderen Fall tritt der leider oft verbreitete neurotische Fall der Verdängung auf.
Auch lernen wir auf diese Weise. Wir sind ja von unseren äußeren Bedingungen nicht zu lösen, müssen also lernen, damit umzugehen.

Aber es bedeutet, zu erkennen, dass wir selber entscheiden, was wir unserem Selbst anfügen und wie wir damit umgehen.
Da kommt die Selbstverantwortung ins Spiel.
Die läuft von innen nach außen und es kann sie uns niemand abnehmen. Auch nicht Gott.

Aus all dem leitet sich nun auch relativ leicht ab, in welcher Art Fragen und Antworten mit Gott ablaufen. Nichts übersinnliches, parapsychologisches oder dgl. Sondern alle Antworten, die „er“ geben kann, müssen diesem Prinzip folgen. So gibt er die Antworten. Und der Mensch ist gut beraten, so lange zu suchen, bis er diese Antworten findet. Sie sich hinzubiegen, bringt absolut nichts.

Doch Gott wird uns nie erklären, WARUM das so ist! Weil es dafür keine Erklärung gibt. Keine derzeit denkfähige zumindest. Aber es gibt immer eine Erklärung, WIE es funktioniert. Besser gesagt: was die einzige Möglichkeit wäre, dass es funktionieren KÖNNTE. Nämlich nur dann, wenn die Menschen eben mehr nach Gott suchen und seinen Antworten folgen würden.

 

© m.l.

16 Comments

  • Traveller commented on 4. März 2016 Reply

    Es geht darum, dass der Mensch sich in den schöpferischen Prozess einbringen muss, ob er will oder nicht. Tut er das positiv, dann geht er mit Gott. Tut er das negativ, versucht er, dem schöpferischen Prozess entgegenzuwirken.

    Verstehe ich das richtig: Gott steht hier für das schöpferische Prinzip überhaupt. Für Wachsen, Entwicklung – das Leben.

    „vom Kleinen ins Große“ kann ich gut nachvollziehen
    das ist ja ein Prinzip, das wir rund um ums sehen, wenn wir z.B. die Natur betrachten
    die Parallele zur Entwicklung von Gemeinschaft finde ich spannend (habe so noch nicht darüber nachgedacht)

    das Verhältnis von Geben und Nehmen ist in unserer Gesellschaft so eine Sache
    bei Schlagworten wie „Geiz ist geil“ und ähnlichem merkt man: Geben ist nicht mehr in Mode, es geht ums Nehmen, ums Immer-mehr-Zusammenraffen
    Individualismus wird groß geschrieben, Konkurrenz auch – und das führt zu einer Gesellschaft, in der Gemeinschaft immer mehr ins Hintertreffen gerät

    „von innen nach außen“ – auch da kann ich mitgehen
    wenn ich das auf den schöpferischen Prozess beziehe, ist es ganz klar
    will ich schöpferisch tätig sein, muss das aus mir kommen, aus meinem Inneren
    angeregt werden kann dieser Prozess von außen, inspiriert durch das, was ich sehe, höre, lese, rieche etc.
    aber ich muss diese Eindrücke in mir verarbeiten, ehe sie wieder nach außen dringen

    und ich glaube, ich verstehe jetzt auch, was du mit „Fragen an Gott“ gemeint hast
    ich denke, es sind die Fragen, die ich mir stelle, z.B. wie ich mich in einer bestimmten Situation verhalten soll
    oder greift das zu kurz?

    • mona commented on 4. März 2016 Reply

      ja, du verstehst das richtig, was ich meine – und was gott für mich ist: gott ist ein schöpferischer prozess. keine person, kein greifbares wesen, kein bildhaftes wesen. und schon gar kein einzelwesen,

      „er“ ist die ewigkeit … in der alles platz hat. der alles liebt. weil er ja alles ist.
      gott als richter ist also gar nicht möglich.
      wie ich schon schrieb, bei ihm muss eines ins andere passen, muss eines aus dem anderen erwachsen können. es gibt kein zurück.

      der mensch macht sich ein gottesbild. er schafft ein bild einer instanz, die er selber fordert!
      er gibt ihm moralische attribute, er unterstellt ihm soziales verhalten. doch gott ist nicht sozial. und nicht gerecht.
      für all das ist der mensch zuständig! diese verantwortung ist ihm aber scheinbar zu hoch.

      das Verhältnis von Geben und Nehmen ist in unserer Gesellschaft so eine Sache
      bei Schlagworten wie „Geiz ist geil“ und ähnlichem merkt man: Geben ist nicht mehr in Mode, es geht ums Nehmen, ums Immer-mehr-Zusammenraffen
      Individualismus wird groß geschrieben, Konkurrenz auch – und das führt zu einer Gesellschaft, in der Gemeinschaft immer mehr ins Hintertreffen gerät

      individualismus groß zu schreiben, wäre nicht das verhängnis! individualismus in falschem zusammenhang groß zu schreiben, darum geht’s.
      der individualismus wäre ja gesund (weißt eh – von innen nach außen -), wenn man ihn als ausgangspunkt ansetzen würde.
      aber er wird leider oft nicht als ausgangspunkt angesehen, sondern als zweck.
      das ist aber dann egozentrik.

      dann geht’s in die verkehrte richtung. und dass neid und geiz nicht dem göttlichen prinzip folgen, das ist ja wohl offensichtlich …

      und nein, dein ansatz bezüglich der fragen an gott greift nicht zu kurz. weil der kurze weg ja sowieso eher der richtige ist, als der in vielen schlangenlinien zu denken.

      wenn man eine frage stellt, wie man weitergehen soll, antwortet gott mit seinem göttlichen prinzip. deshalb beantwortet er auch keine fragen nach dem „warum“.
      es gibt keine antwort darauf, warum es die ewigkeit gibt. aber es gibt jede antwort darauf, wie wir uns in das göttliche prinzip einbringen können.

      und zum abschluss: du hast mir eine große freude gemacht mit

      die Parallele zur Entwicklung von Gemeinschaft finde ich spannend (habe so noch nicht darüber nachgedacht)

      es ist einfach wunderbar, wenn ich erfahren kann, dass ich jemandem einen neuen denkansatz liefern konnte! also an entwicklung beteiligt sein zu können. egal, was bei dir dann herauskommt.
      aber ich freue mich auch immer, wenn mir jemand etwas vorgibt, wo ich in eine neue richtung denken kann.
      mir passiert halt leider meistens, dass die leute glauben, sie geben mir was neues vor, und ich bin schon dort gewesen, aber nicht stehen geblieben …

      aber in der diskussion mit menschen wie dir finde ich immer die möglichkeit, etwas auf einem niveau zu hinterfragen und in zusammenhänge zu bringen, was mich dann wieder weiterbringt. danke dafür!

  • Traveller commented on 5. März 2016 Reply

    Gott als schöpferischer Prozess, als Ewigkeit, in die sich alles fügt – das ist eine Vorstellung, die ich mag (und ich bin sonst eher atheistisch)
    das gibt ein Gefühl von Aufgehobenheit einerseits und ist andererseits auch eine Aufforderung, an diesem Prozess teilzunehmen

    unter diesem Blickwinkel kann man auch die Formulierung „und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde“ sehen; vor allem, weil der Vers in der Schöpfungsgeschichte steht

    wenn ich allerdings vom Menschen als Bild auf Gott zurückschließe, dann kann ich natürlich darauf kommen, ihn mit Eigenschaften auszustatten, die den Menschen eigen sind
    (so wie das die alten Griechen und Römer mit ihren Göttern schon gemacht haben)

    zum Stichwort „Individualismus“:
    ich meinte das in diesem Zusammenhang auch als Zweck; in unserer Gesellschaft wird diese Form von Individualismus stark gefördert, darüber könnte ich jetzt einen Monolog schreiben (weil ich da gerade einiges lese), aber hier führt das zu weit

    • mona commented on 6. März 2016 Reply

      ach liebe, hier führt gar nichts zu weit *gg*
      du kannst gerne schreiben was und wieviel du willst.

      für mich ist es halt beim individualismus so, dass ich auch dort zur wortklauberin geworden bin. deshalb unterscheide ich zwischen individualismus, auch egoismus (beides absolut positive menschliche attribute) und egozentrik, die der menschheit – und auch dem menschen selbst – halt leider zum verhängnis gereicht.

      du hast mich jedoch damit zu monolog 08 angeregt! danke dafür!

      noch einmal zu gott. ich sehe es so, dass der mensch GOTT erschaffen hat – und nicht umgekehrt.
      die göttliche schöpfung IST an sich. sie ist in allem, aber nicht jedem und allem erkennbar.
      der mensch hat sich ein bild von gott geschaffen, vor allem aber auch eine moralische instanz, an die er verantwortung abgeben kann.
      der mensch ist aber auch das einzige wesen, der diese möglichkeit hat. der sich wissentlich damit auseinandersetzen kann.
      das wissen aller anderen wesen im universum ist wohl eher intuitiv, selbstverständlich. also vor der erbsünde – die meiner meinung nach ja auch die vertreibung aus dem herrlich paradiesischen unbewussten, intuitiven, instinktiv sinnentsprechenden dasein symbolisiert.

      zur atheistin: bei mir ist es ja überhaupt krass. ich habe einen starken glauben, bin eine absolute jesus-jüngerin, bin aber im zuge meiner arbeit an meiner gottsicht aus der kirche ausgetreten. weil ich vor allem jesus in den christlichen religionen zu wenig vertreten sehe.
      aber wie gesagt, mein glauben ist sehr stark. und mein gottbild natürlich ebenfalls selbst geschaffen. aber es macht so viel sinn, lässt keine fragen offen, dass es eben leicht ist, daran zu glauben.

      • Traveller commented on 9. März 2016 Reply

        mein glauben ist sehr stark. und mein gottbild natürlich ebenfalls selbst geschaffen

        hihi, da wärest du früher sicher als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen gelandet

        „Jesus-Jüngerin“ klingt gut
        klingt nach „zurück zu den Quellen“, ohne Umweg über die Auslegungen der Amtskirche

        wobei ich das schwierig finde, weil man den Text ja im geschichtlichen Rahmen sehen muss
        früher, als mündliche Überlieferungen üblich waren, arbeiteten Erzählungen mit Bildern und Symbolen, die in der damaligen Kultur in ihrer Bedeutung bekannt waren
        diesen direkten Zugang haben wir ja heute nicht mehr

        • mona commented on 13. März 2016 Reply

          nun, da bin ich nicht mit dir einer meinung, was das betrifft, dass wir den geschichtlichen rahmen einbeziehen müssten.
          es geht um wahrheiten. und in jeder fabel, in jedem klassischen theaterstück ist z.b. zeitlosigkeit drinnen. auch in den evangelien sehe ich diese zeitlosigkeit.
          ich finde z.b. nicht, dass hier mit bildern oder symbolen gearbeitet wird, die nur in der damaligen kultur von bedeutung waren. im gegenteil.
          weil es eben um ethik und moral des einzelnen geht.
          jesus ist kein soziales wesen. er ist radikal im aufzeigen der göttlichen liebe, die er von dem menschen FÜR sie selbst fordert. wobei ich nicht von der liebe gottes rede, sondern von der göttlichkeit der liebe an sich. für nichts anderes steht er.

          das war z.b. auch wichtig für mich: zu erkennen, dass jesus ein zweigeteilt dargestelltes wesen ist.
          er ist menschensohn und er ist gottessohn. und in beiden funktionen hat er andere botschaften für uns.
          der menschensohn ging den weg aller menschen. er ist nicht mehr auf dieser welt.
          gottes sohn allerdings ist nun nach gut 2.000 jahren noch immer mitten unter uns.
          in den jahren seines wirkens zeigte er auf, was IN uns an nicht sichtbaren vorgängen abläuft. wie liebe wirkt und unsterblich ist und macht.
          soziale faktoren kommen aus dem herdenwesen. erotische ebenfalls, bzw. aus dem arterhaltungstrieb. beide betreffen den menschensohn. und werden deshalb in seiner wirkungsgeschichte gar nicht mehr berührt.

          deshalb finde ich persönlich es absolut falsch, wenn heute so viele leute änderungen in den christlichen religionen fordern, zölibat betreffend, z.b. oder auch frauen in der kirche. also vom aussageprinzip her. damit wir uns da nicht falsch verstehen.
          wie ich ja schon sagte: die amtskirche an sich ist wieder ein anderes kapitel. dort geht es dann ja nur um macht. und wieder um menschensöhne.

          eine religion kann man nicht wie eine demokratische partei abhandeln. was die mehrheit entscheidet ist wahr. weil das z.b. überhaupt bei nichts und nirgends so ist.

          ich habe erkannt, was jesus mit all seinen aussagen meinte. was in der darstellung seines weges für uns verborgen liegt. man muss sich ihm anvertrauen, dann kann man es erkennen. wenn man nur widersprechen möchte, weil man (wieder einmal) wo gedanklich stehen bleibt, bzw. an dem auf den ersten blick so unlogisch erscheinenden kleben bleibt, dann geht das natürlich nicht …

          siehst du, und genau da schließt sich wieder ein kreis zur gegenwart: dass so wenige sich die mühe machen, genau zuzuhören, oder etwas in der richtung zu hinterfragen, wie es denn gemeint sein könnte. sondern, dass nur jeder für seine eigene meinung verbündete sucht.

          • Traveller commented on 14. März 2016

            in jeder fabel, in jedem klassischen theaterstück ist z.b. zeitlosigkeit drinnen. auch in den evangelien sehe ich diese zeitlosigkeit.

            okay, das stimmt, es gibt zeitlose Kerne, wenn es um Ethik geht, um Grundfragen des Menschen
            allerdings kann es schwierig sein, diese zu finden, wenn man in einer anderen Zeit oder Kultur aufgewachsen ist als der, in der der Text entstanden ist
            klar, man muss sich Mühe geben und verstehen wollen – und da hakt es heute wirklich oft

            eine religion kann man nicht wie eine demokratische partei abhandeln. was die mehrheit entscheidet ist wahr. weil das z.b. überhaupt bei nichts und nirgends so ist.

            da stimme ich zu, Wahrheit ist keine Frage der Demokratie
            Wahrheit muss wohl jeder für sich selber suchen und erkennen
            das hieße doch aber in der Konsequenz, dass jeder seine eigene Religion finden muss, also seine Weise, seinen Glauben zu leben

            da wären wir wohl mal wieder bei der Verantwortung 😉

          • mona commented on 14. März 2016

            ich glaube auch, dass religion nicht vorgefasst sein kann. es dafür kein reglement geben kann.
            dass sie eben die höchste instanz für moral und ethik sein soll.
            und die wahrheit deshalb auch nicht veränderbar ist. es gibt nur eine.
            sie zu suchen und nach ihr zu leben, das ist höchst religiös für mich.

            deshalb ist das, was die menschen zur religion erhoben haben, für mich gar nicht religiös!
            sondern der versuch, verantwortung abzugeben. menschen suchen halt in einem regelwerk und haben deshalb die bibelgeschichte zu einem solchen erhoben.
            dass aber gerade im neuen testament ausdrücklich steht, man solle nicht dem wort anhängen, davon weiß die amtskirche heute anscheinend nichts.
            die kreative seite der gottsuche wird nicht gepredigt.

            es gibt zeitlose Kerne, wenn es um Ethik geht, um Grundfragen des Menschen
            allerdings kann es schwierig sein, diese zu finden, wenn man in einer anderen Zeit oder Kultur aufgewachsen ist als der, in der der Text entstanden ist

            wie gesagt, da bin ich nicht so ganz mit dir einer meinung.
            die grundfragen des menschen sind eigentlich nicht veränderbar. sie hängen nicht an der kultur.
            jede kultur hat u.u. andere moralvorstellungen, oder ethikbegrifflichkeiten.
            aber DAS ist eben dann dafür verantwortlich, dass es in verschiedenen kulturkreisen schon mal prinzipiell krachen kann.

            aber der mensch unterliegt in seinem menschsein nicht seinem kulturkreis, sondern dem menschsein.

            weißt du, was mir am meisten geholfen hat – und immer noch hilft: ich versuche, alles immer so weit zu reduzieren, dass es auf den einfachsten nenner zurückfällt.
            das halten mir manchmal leute als naivität vor, aber ich sehe das als genaues gegenteil.
            ich sehe, dass diese menschen sich gern was kompliziert machen wollen, um es nicht verstehen zu können. weil das wieder platz für ausreden bringt.

            im leben eines menschen gibt es menschliche eckpfeiler. und alles andere rundherum ist machwerk. von wem auch immer … natürlich auch von einem selbst …

  • Traveller commented on 14. März 2016 Reply

    deshalb ist das, was die menschen zur religion erhoben haben, für mich gar nicht religiös!
    sondern der versuch, verantwortung abzugeben. menschen suchen halt in einem regelwerk und haben deshalb die bibelgeschichte zu einem solchen erhoben.

    und es ist natürlich bequem, wenn ich mir „Experten“ suche und denen das Denken sozusagen übertrage

    dass aber gerade im neuen testament ausdrücklich steht, man solle nicht dem wort anhängen, davon weiß die amtskirche heute anscheinend nichts.

    oh, das wusste ich auch nicht
    das entzieht ja genau den Streitigkeiten, die zwischen den verschiedenen Fraktionen um die Auslegung des Wortes stattfinden, den Boden

    die grundfragen des menschen sind eigentlich nicht veränderbar. sie hängen nicht an der kultur.
    jede kultur hat u.u. andere moralvorstellungen, oder ethikbegrifflichkeiten.

    wenn ich das jetzt richtig interpretiere, unterscheidest du zwischen menschlichen Grundfragen und Moral/Ethik-Fragen
    könntest du je ein Beispiel dazu schreiben, was du zu welchem Komplex dazu rechnest?

    • mona commented on 15. März 2016 Reply

      oh, das mit jesus … da hab ich mir jetzt ein eigentor geschossen. ich bin ja keine, die dauernd die bibel liest. es ist schon jahre her 😉 aber ich weiß noch, ich hatte das seinerzeit, als ich mich so intensiv damit auseinandersetzte, zu meiner eigenen überraschung gefunden und es sogar für mein buch verwendet. aber leider nicht als zitat. und jetzt find ichs nicht mehr … tut leid! ich werd aber weiter danach suchen, wenn ich ein bisschen mehr zeit habe.
      tatsache bleibt, dass aus dem n.t. eindeutig hervorgeht, dass jesus sich mit den schriftgelehrten gern angelegt hat. und dass er oft etwas ganz anders gelöst hat, als es diese verlangt hätten. die „gerechten“ waren ihm ein dorn im auge. die fand er sich selbst überhöhend.

      menschliche grundfragen – das hatten wir schon. da geht es für mich darum, was es für eine existenz als mensch unbedingt braucht. (das unterscheidet sich für mich in einigem grundlegend von dem, was andere lebewesen brauchen, um ihrer art gerecht zu werden)
      ethik und moral ist dann das, was in weiterer folge der mensch für seine existenz in der gemeinschaft braucht.

      auch das habe ich mir notiert, auch da werde ich gerne mal was darüber schreiben.
      du bringst mich ganz schön auf touren. ich komm gar nicht nach *gg* ich finde das super! und kann dir wirklich nicht genug danken.

      wenn du dazu jetzt noch beispiel willst, dann schreib mir das, aber wenn es dir grundsätzlich jetzt besser verständlich ist, dann wart noch ein bisschen. das blog ist ja noch jung.

  • Traveller commented on 15. März 2016 Reply

    mach dir bitte keinen Stress, ich laufe dir schon nicht weg

    was das Bibelzitat angeht, du brauchst es nicht konkret zu suchen (vielleicht schaue ich selber mal irgendwann)

    was das Verhältnis zu den Schriftgelehrten angeht: da ist mir schon klar, wie Jesus zu ihnen stand
    eigentlich ist das doch auch für uns ein klarer Hinweis, sogenannten „Experten“ nicht einfach zu glauben, sondern selber zu denken, oder?

    ich freue mich auf weitere Monologe und Diskussionen – aber alles mit Muße, denn die braucht’s zum Nachdenken

    • mona commented on 15. März 2016 Reply

      genau, „experten“wahrheit ist ungefähr so wahr wie die wahrheit einer mehrheitsentscheidung 😉

      und ja,bisher hat die monologik mir genau das gebracht, was ich mir dadurch erwünscht habe: nachdenken und in zusammenhänge und worte fassen.
      ich möchte am liebsten dauernd schreiben.
      noch einmal großer dank an dich, weil ohne dich wär das sicher nicht so und es bliebe ja wieder nur beim einseitigen denken von mir! so ist es viiiiiel schöner!

  • Traveller commented on 22. März 2016 Reply

    🙂

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