03| Mein Gott, Mona!

Viel zu viele Irritationen und Missverständnisse auf der Welt entstehen, meiner Meinung nach, durch die Definierung Gottes.
Gott als Erschaffer von allem anzusehen, bedeutet für viele Menschen, Verantwortung auf ihn zu übertragen. Religionen bauen ein perfektes Machtgefüge um diesen Wunsch. Und sie halten ihre Schäfchen mit Angst bei der Stange. Es wird eine Hilflosigkeit Gott gegenüber propagiert, die Gott mit einer Willkür dem Menschen gegenüber ausstattet.

Doch die Willkür Gottes gibt es nicht. Denn Gott ist in allem, also ist die willkürliche Entscheidung Menschensache.

 

Ich habe meinen Glauben gefunden. Allerdings erst, als ich mich von den amtskirchlichen Interpretationen der Religionen gelöst habe.
Nicht, indem ich mich parapsychologischen Phänomenen zugewandt hätte, sondern ich habe meinen Glauben aus meiner Logik heraus entwickeln können.

Denn glauben heißt zwar nicht wissen und auch nicht zweifeln, aber ein fundierter Glaube ist deshalb noch lange nicht vom Nicht denken abhängig. Um wirklich glauben zu können, ist es ebenfalls notwendig, die Hinterfragung nicht nur zuzulassen, sondern ist sie dafür sogar unabdingbar nötig.

Auch hier ist es so, dass der Dialog mit Gott das meiste bringt. Er gibt auf alles Antwort, nur nicht auf die Frage nach dem „Warum“.
Seine Antworten sind aber oft zu suchen und wenn man sie findet, dann darf man sie nicht nach menschlichem Gutdünken verändern wollen.

Der wahrhafte Glauben liegt darin, Gott zu suchen, seine Antworten zu finden und diese als Wahrheit anzunehmen.

Die Gepflogenheiten der Menschen gehen aber in eine ganz andere Richtung. Sie stellen nicht die richtigen Fragen, weil die gesuchten Antworten bereits persönliche Ziele anpeilen.
Bekommen sie dann Antworten, die ihnen nicht genehm sind, dann möchten sie sie so verändern, dass sie in ihr Weltbild passen.

Sie vergessen dabei, dass die Schöpfung Gottes alles umfängt und seine Antworten deshalb ein Gesamtes betreffen, das sich jenseits der Denkfähigkeit des Menschen befindet. Seine Antworten müssen deshalb immer von Einem ins Andere führen (niemals daGEGEN), immer vom Kleinen ins Große, immer von innen nach außen. Weil nur es nur auf diese Weise möglich ist, allem gerecht zu werden.

Des Menschen Gerechtigkeit strebt nach anderen Kriterien als die Gerechtigkeit Gottes, deshalb kann er sie so oft nicht erkennen.

Ich denke, dass Gott eine Dimension ist, die der Mensch zu sehr mit menschlichen Attributen versetzt – und genau deshalb mit ihm nicht gut zurecht kommt. Immer wieder mit ihm hadert, immer wieder etwas von ihm verlangt, das er eigentlich von jemand ganz anderem verlangen sollte, nämlich von sich selbst.

Ich glaube nicht, dass Gott den Menschen „erschuf“ auf die Art, wie Menschen etwas erschaffen. Der nahm keine Tonkügelchen und bastelte etwas daraus, oder so.

Ich glaube an eine undenkfähige Ewigkeit, die der Mensch mit seinem begrenzten Denkvermögen, aufgrund seiner endlichen Existenz nicht nachvollziehen kann. Für ihn muss alles irgendwann und irgendwie beginnen.

Weiters finde ich es verhängnisvoll, wenn man Gott ein menschliches Aussehen gibt. Egal ob Mann oder Frau. Er ist eben keine Person, sondern ein Phänomen.
Und dieses Phänomen muss Sinn ergeben. also sollte man ihn suchen.

Das ist mein Ausgangspunkt, so gehe ich an Gott heran. So habe ich ihn gefunden und so ist er in meinem Leben geblieben. IN MIR logischerweise. Und von dort kann ich ihn in der Welt erkennen, oder eben nicht, wenn ihm jemand oder ein Prozess nicht folgt.

Ein Phänomen „Gott“ zu schaffen – und letztendlich ist es so, dass der Mensch dieses Phänomen für sich erschaffen hat, nicht umgekehrt – und ihm dann nicht zu folgen, bzw. zu glauben, das ergibt einfach keinen Sinn.

 

© m.l.

10 Comments

  • Otto Lenk commented on 19. Februar 2016 Reply

    Ist keine direkte Antwort auf deine Gedanken, aber irgendwie doch. Außerdem schenke ich dir ein ‚m‘ (die der Mensch zu sehr it menschlichen).

    Manche Dinge bleiben am Wegesrand liegen.
    Der Vogelknochen, den mir mein Bruder als Dinoknochen verkaufte.
    Die 10er Murmel, mit der ich damals den ganzen Pott kassierte.
    Ewig offene Wunden.
    (Sich in diesem Wissen wie Jesus fühlen).
    Die Sanduhr vom Mond. Ein Geschenk des kleinen Prinzen.
    (Der Sand darin floss nach oben.Man konnte mit ihr die Zeit nicht nur anhalten,man konnte sie zurück drehen. Leider wurde sie durch die aufsteigenden Sandkörner immer leichter und entschwand Richtung Mond. Aber ich sah mich … dieses eine mal).
    Das erste Gespräch mit den Fischen (die Wellen übersetzten).
    Kilgore Trout´s Lächeln, als er mir die Hand schüttelte.
    Die letzten Stunden an Mutters Seite.
    Küsse und ‚machs gut‘.
    Stimmen.
    Liebe und Himmel und Hölle und Hölle.
    Den Tod im Arm zu halten. Zu tragen. Schwer, so schwer.
    Träume …
    … und irgendwo dazwischen Gott.

    Ich möchte dem Nichts
    alles überlassen.
    Den Zufall,
    mich, das Universum.
    Auch Gott.

    All die Abziehbilder meines Seins.
    Ich am Wegesrand. Wie ich mir zuwinke auf meinem Weg.

    • mona commented on 19. Februar 2016 Reply

      boah! ist der von dir, dieser text?

      ich sehe, nein, ich spüre, wir sind da wohl ziemlich einer meinung, doch du kannst deine göttlichen emotionen lyrisch ausdrücken.
      was ja an und für sich wohl sowieso der bessere ausdruck für gefühle ist, als philosophie oder sinnpuzzles.
      ich kann dir nur zustimmen., dies alles ist gott.
      und wenn du das alles fühlst und es dir trost und halt geben kann, dann trifft sich dort auch unsere meinung.

      und auch ich winke dir zu (mit dem m-chen in der hand)
      danke für deinen besuch und diesen tollen kommentar!

    • Traveller commented on 23. Februar 2016 Reply

      was für ein wundervoller, tiefer, berührender Text, Otto

  • Traveller commented on 23. Februar 2016 Reply

    und jetzt zu Monas Monolog 😉

    das Phänomen „Gott“ ist – so denke ich – schon immer von Menschen für Erklärungsversuche genutzt worden
    angefangen bei Naturreligionen, die z.B. Umweltphänomene deuten wollten
    und nicht nur deuten, sondern auch positiv beeinflussen (z.B. durch Opfer)
    bei den alten Griechen und Römern waren die Götter in ihrem Verhalten sehr menschlich, mit allen Schwächen
    vielleicht liegt es wirklich in unserer begrenzten Natur, dass wir uns etwas vollkommen anderes nicht vorzustellen vermögen

    auch wenn ich kein religiöser Mensch bin, habe ich tief in mir trotzdem ein Gefühl, dass es etwas gibt, was über unsere alltägliche Wirklichkeit hinaus geht, sie transzendiert
    deine „undenkfähige Ewigkeit“ sagt mir als Beschreibung zu

    mit dem Abschnitt, bei dem es um Fragen und Antworten geht, habe ich Schwierigkeiten
    wenn ich das richtig lese, meinst du, dass die Menschen ihre Fragen an Gott so stellen, dass als Antwort das herauskommen müsste, was sie gerne hätten
    und wenn das nicht klappt, hadern sie mit Gott
    du schreibst „seine Antworten finden“, und ich frage mich jetzt: Antworten auf welche Fragen?
    du schreibst „vom kleinen ins große, von innen nach außen“, das ist sehr abstrakt
    hast du vielleicht ein Beispiel für mich, wie du für dich Antworten findest bzw. gefunden hast?

    • mona commented on 23. Februar 2016 Reply

      ja natürlich, hat sich der mensch für das für ihn undenkfähige eine erklärende metaphysische größe geschaffen. dazu ist er ja auch wunderbar befähigt. das macht einen großen teil seiner menschlichkeit aus, unterscheidet ihn vom tier.
      er hat bewusstsein, er kann und soll es verwenden.

      das problem liegt leider darin, dass er verantwortung abgeben und macht erreichen will. sonst wäre es ja egal, wie sich jeder dieses phänomen erklärt oder welche bilder er sich davon macht.

      wenn ich das richtig lese, meinst du, dass die Menschen ihre Fragen an Gott so stellen, dass als Antwort das herauskommen müsste, was sie gerne hätten
      und wenn das nicht klappt, hadern sie mit Gott

      ja, das meine ich.
      das sieht man ja auch deutlich daran, wie viele leute glauben, sie können religionen wie politische parteien einfach verändern.an neue zeiten anpassen, oder so.
      das kann niemals funktionieren.
      selbstverständlich sind wir in den religionen überlieferungen ausgeliefert, die ebenfalls bereits von menschen verfasst wurden.
      dennoch sind darin ewiggültige prozesse, mechanismen, also wahrheiten verankert. die kann man nicht einfach aushebeln, um auch wirklich an wahrheiten zu kommen. es gibt keine neuen wahrheiten. es gibt höchstens eine höhere bewusstheit, ein höheres wissen von greifbaren dingen. aber nicht von nichtgreifbaren dingen.

      also ist es z.b. eine gute möglichkeit, diese ewiggültigen erkenntnisse in diesen alten berichten zu suchen. zu erkennen, was dem damaligen leben genauso inne war, wie dem heutigen. das ist ewigkeit, das ist wahrheit … nicht der technische fortschritt.

      das ist wie bei alter literatur, alten theaterstücken. man kann die problematiken, die ein shakespeare oder wer auch immer aufgezeigt hat, nahtlos auf heutige situationen der zwischenmenschlichkeit umlegen. leider tun das ja auch viele regisseure heutzutage mit ihrem verdammten regietheater. deshalb geht ja auch so viel verloren an diesen möglichen vergleichen.

      zum rest: ich muss gestehen, dass dies für den augenblick zu komplex für mich ist, um darauf zu antworten. es fehlt mir auch gerade die zeit, um darauf einzugehen, weil es eben nicht so einfach zu beantworten ist.
      ich behalte es aber im hinterkopf und werde als nächstes versuchen, ausführlicher darüber zu schreiben. entweder hier für dich als kommentar oder als neuen monolog.

      ich freue mich darauf. es ist eine dieser herausforderungen, die ich mir durch dieses blog erwünscht habe. weil es anscheinend so etwas ist, das für mich so absolut logisch erscheint, es aber für andere nicht mit meiner selbstverständlichkeit so ist.

      also ein herzliches danke zu dir!

      • Traveller commented on 23. Februar 2016 Reply

        Verantwortung und Macht – zwei Stichworte, zu denen du sicher auch noch schreiben wirst, denke ich

        „ewiggültige Erkenntnisse“, etwas, das dem menschlichen Leben immanent ist, Mechanismen, die zeitlos sind – das ist mir an dieser Stelle schon genug Erläuterung
        gerne in einem anderen Monolog mehr zum Frage-Antwort-Komplex

        ethische Fragen, also z.B. wie man (moralisch) handeln soll, werden ja zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften (und Religionen) gestellt
        und es finden sich in Grundzügen ähnliche Antworten
        irgendwann habe ich mal kapiert, dass der Kant’sche kategorische Imperativ eigentlich nichts anderes ist als ein „was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“

        also ist „Lesen durch die Jahrhunderte“ (oder sogar Jahrtausende) eigentlich ein guter Weg, diese universellen Wahrheiten zu finden

        • mona commented on 23. Februar 2016 Reply

          ganz genau. und dann kann man es wie mathematik logisch aufrollen! das ist das faszinierende daran.
          das war z.b. mein persönlicher weg. der mich doch tatsächlich zum glauben führte!
          weil es eben nur eine wahrheit gibt. und die kann man auf vielerlei arten finden.

          man kann sie nur nicht finden, wenn man glaubt, sie dahingehend verändern zu wollen, dass es viele wahrheiten gibt … und das ist leider eine weitverbreitete meinung. in der gott dann natürlich keinen platz hat.

          ps: jeder computer rechnet nur mit einsen und nullen und kommt zum einzig möglichen ergebnis. auch wir brauchen nur eins und null zusammenzählen …

          • Traveller commented on 24. Februar 2016

            beim Computer hängt es aber auch vom Programm – also vom Programmierer – ab, zu welchem Ergebnis er die Nullen und Einsen verarbeitet 😉

          • mona commented on 24. Februar 2016

            wie beim menschen
            denn das prinzip bleibt davon unberührt 😉

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